Abendvorträge 2019

Es werden 9 Termine im Zeitraum vom 23.09.2019 bis 22.09.2020 angezeigt.
Hier klicken, um das komplette Programm 2019 anzuzeigen.

Gehe zu Monat: September Oktober November Dezember

 

September Seitenanfang

26. September 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich III
EIN JAHR UNESCO-WELTKULTURERERBE – HAITHABU UND DAS DANEWERK

Referent: Matthias Maluck M.A., Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Schleswig

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Am 30. Juni 2018 knallten im fernen Bahrein und im Archäologischen Landesamt in Schleswig die Sektkorken: Der „Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk“ war von der UNESCO - dem Weltrat für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation - nach jahrelanger Prüfung zum Weltkulturerbe erklärt worden. Schleswig-Holstein hatte damit nach der Altstadt von Lübeck und dem Wattenmeer ein drittes Welterbe von „außergewöhnlichem universellem Wert“.

Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert besaß die von einem Halbkreiswall geschützte Wikinger- und Seehandelsstadt Haithabu mit ihren rund 3.000 Einwohnern am Ende der Schlei einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in der damals bekannten Welt. Wie auch in Birka im schwedischen Mälarsee flossen hier die Handelsströme aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Händler und Handwerker aus allen Ländern - selbst aus dem Mittleren Asien - verkauften und produzierten hier ihre Waren. Ein noch heute sichtbarer rund 27 Kilometer langer Wall von Haithabu bis nach Hollingstedt an der Treene, wo sich der „Nordseehafen“ der Wikinger befand, schützte nicht nur den Transportweg und die Waren, sondern auch die nördlich davon siedelnden Dänen (Jüten) gegen die aus dem Süden vordringenden Sachsen, Franken und Slawen. Das Danewerk, das nach neuesten Untersuchungen bereits in der Mitte des fünften Jahrhunderts angelegt wurde, diente als Grenzanlage und hatte nur einen offiziellen Durchgang am Ochsenweg, der von Norden nach Süden quer durch Jütland führte.
Matthias Maluck schildert in seinem Vortrag nicht nur die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse Haithabus bis zu ihrem Untergang 1066, sondern berichtet als versierter Insider über die zahlreichen Versuche und Rückschläge, das Projekt zu einem Weltkulturerbe werden zu lassen. Seit 2004 bemühten sich sein Team des Archäologischen Landesamtes und er um die Bewerbung. Als eine internationale Kooperation mit Island, Norwegen, Schweden, Dänemark und Estland scheiterte, versuchte Schleswig-Holstein ab 2014 einen am Ende erfolgreichen Alleingang. Die am Danewerk liegenden Gemeinden und Kreise unterstützten den Plan nachhaltig.


Oktober Seitenanfang

1. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
SCHWARZ - EINIGE AUFHELLENDE KULTURGESCHICHTLICHE GEDANKEN ÜBER DAS DUNKLE

Referent: Prof. Frank Böhme, Hochschule für Musik und Theater, Dekanat 12

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Mit der Nennung der Farbe Schwarz wird der Resonanzraum der Bedeutungszuordnungen in Erregung versetzt. Wie kaum eine andere Farbe ist die kulturelle Symbolik von einem globalen Kontrastreichtum geprägt. Im Gegensatz zu anderen Farben entzieht sich das „Phänomen Schwarz“ aber eigenartiger Weise einer kategorialen Bestimmung. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie meist mit anderen Farben assoziiert oder kombiniert wird. Dadurch ist man bei einer kulturgeschichtlichen Annährung gezwungen, die anderen Farben mitzudenken. Der interdisziplinäre Blickwinkel ist der Einzige, um die Bedeutungsebenen des Schwarzen angemessen reflektieren zu können. Für diesen Vortrag operieren wir also vom Standpunkt des Schwarzen aus und legen das Spektrum der Bedeutungsebenen frei.
Trotz der Lichtabsorption hat das Schwarze eine intentionale Ausstrahlung. Für den Ökonomen ist das Erzielen von schwarzen Zahlen Berufsmotivation nur bei der Verfehlung des Jahreszieles und der damit verbundenen Rotfärbung der Bilanz ist der „Schwarze Peter“ ziemlich schnell gefunden. In einer globalisierten und farbenfrohen Gesellschaft hat natürlich auch das „Schwarzmalen“ der apokalyptisch eingestellten Mitmenschen ihren festen Platz, dem man nicht zuletzt mit dem sprichwörtlich „schwarzen Humor“ begegnen kann. Die Ursprünge der modischen Eleganz, die mit der Farbe Schwarz verbunden sind, liegen in der Zeit, als diese Farbe ein Symbol der sozialen Abgrenzung war. Schwarz war in Europa jahrhundertelang die Farbe, an der man die Zugehörigkeit zur Aristokratie erkennen konnte. Ein Blick auf die Schwarz-Weiß Fotos der 20er Jahre zeigt wie die weibliche Modewelt diese Trennlinie einreist. Heutzutage hat schwarze Eleganz einen festen Platz im zeitgenössischen Modebild. Schwarze Löcher am Himmel entziehen sich einem schnellen Verständnis, haben aber etwas genauso Geheimnisvolles wie die schwarze Line der japanischen Kalligraphie.
Alles Farbige ist eingebettet in den elementaren Kontrast von Schwarz und Weiß. Ohne diese beiden Abtönfarben gäbe es keine Kontrastierungen in der farbigen Umwelt. Im Schwarzen verliert sich alles Farbige, im Weißen löst es sich auf. Über das Schwarze nachdenken heißt sich dem Farbigen bewusster zu werden.
Mit diesen Zeilen ist es jetzt „Schwarz auf Weiß“: dieser Vortrag bemüht sich um eine weitgefächerte Aufhellung.

15. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich V
VIETNAM UND KAMBODSCHA – DIE NEUEN TIGERSTAATEN ASIENS?

Referent: Prof. Dr. Martin Pries, Universität Lüneburg

Blumenstraße 29, 21481 Lauenburg, Hotel Bellevue🗺️

Die beiden asiatischen Staaten erleben in den letzten Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum. Mit den steigenden Löhnen in China verlagern immer mehr Unternehmen ihre Produktion nach Vietnam und Kambodscha.
Vietnam war nach dem 2. Weltkrieg lange Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen.
Nach dem Sieg Nordvietnams über den westlich orientierten Süden übernahm zunächst ein kommunistisches Regime die Kontrolle mit starker Planwirtschaft.
Die Liberalisierung der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten führte zu einem rasanten Wirtschaftswachstum. Besonders starken Einfluss übt der ehemalige Verbündete China aus.
Beide Länder haben eine konfliktreiche Vergangenheit. In Vietnam hinterließ der Krieg schwere Zerstörungen, in Kambodscha wütete die Roten Khmer schwer in der eigenen Bevölkerung. Unzählige Kulturgüter gingen in der Zeit verloren, vieles blieb aber auch erhalten.
Im Vortrag soll der Kontrast zwischen dynamisch wachsenden Städten und historischen Stätten herausgearbeitet werden.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg)

24. Oktober 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich I
IONIEN – BRÜCKE ZWISCHEN GRIECHENLAND UND ORIENT

Referent: Dr. Claudia Tanck, Althistorikerin, Lauenburg

Amtsrichterhaus, Körnerplatz 10, 21493 Schwarzenbek🗺️

Im Mittelpunkt dieses Vortrages steht eine Region, deren Bedeutung für die Entwicklung der griechischen Kultur nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Im 11. und 10. Jahrhundert v.Chr. verließen Menschen Griechenland, um sich an der Küste Kleinasiens niederzulassen. Träger dieser Wanderung war vor allem der griechische Stamm der Ionier, weshalb der Landstrich zwischen Phokaia und Milet auch Ionien genannt wird. An der Küste wurden nach griechischem Vorbild Städte angelegt, die als autonome Stadtstaaten konzipiert waren. Im 6. Jahrhundert v. Chr. kamen diese Städte unter den Einfluss des Lyderreiches und anschließend des Perserreiches, konnten aber stets weitgehend ihre kulturelle und anfänglich auch ihre politische Selbstständigkeit wahren. Dank dieser Konstellation - zum einen dem Meer zugewandt, zum anderen in das Hinterland eingebunden - wurde Ionien zum Mittler zwischen griechischer und altorientalischer Kultur. Religiöse Vorstellungen der Griechen verschmolzen mit denen der eingesessenen Bevölkerung, wie das Beispiel der Artemis von Ephesos zeigt, und in Ionien liegt auch die Wiege der griechischen Philosophie, die deutliche Einflüsse altorientalischer Weisheitslehren zeigt. Auch die Anfänge der systematischen Stadtplanung und die Übernahme des Münzwesens aus dem benachbarten Lydien liegen in Ionien.

in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Schwarzenbek _


November Seitenanfang

5. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
PETER SINGER: BIOETHIKER ODER SCHARLATAN

Referent: PD Dr. Maria Moss, Leuphana Universität Lüneburg

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Ein Interview mit dem australischen Moralphilosophen Peter Singer war in der FAZ mit den Worten überschrieben: „Sind Sie der gefährlichste Mann der Welt, Mr. Singer?“ Wie kann ein Mann, der sich vor Auszeichnungen kaum retten kann, der Bücher veröffentlicht mit Titeln wie „Leben retten – Wie sich Armut abschaffen lässt“ und der seit 1999 an der renommierten Princeton University lehrt, der „gefährlichste Mann der Welt“ sein? Doch Peter Singer ist in der Tat ein Mann, dessen Erscheinen regelmäßig von Demonstrationen begleitet wird und dessen Vorträge regelmäßig ausgepfiffen werden. Warum es zu diesen so unterschiedlichen Bewertungen kommt, soll in dem Abendvortrag näher beleuchtet werden.

7. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich IV
GIACOMO CASANOVA – GESCHICHTE SEINES LEBENS

Referent: Dr. Stefan Vöhringer, Kunsthistoriker Kiel

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Liebhaber und Verführer der Frauen, weitgereist, Spieler und Hochstapler – der Name Casanova (1725-98) steht für Laster, Müßiggang und Verführungskunst. Doch der berühmteste aller Venezianer war in Wirklichkeit ein Multitalent und betätigte sich unter anderem als Schriftsteller, Jurist, Violinist und verkehrte mit so mancher Größe seiner Zeit wie dem Preußenkönig Friedrich II. oder der Zarin Katharina der Großen. Anhand von Auszügen aus seinen Memoiren, historischen Zitaten und Lichtbildern entwirft der Vortrag ein lebendiges Bild des ereignisreichen Lebens einer der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts.

14. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich II
KANDINSKY, KLEE UND DAS KÜNSTLERLEBEN IN MÜNCHEN

Referent: Dr. Detlef Stein, Kunsthalle Bremen

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Der Vortrag stellt Wassily Kandinskys und Paul Klees Schaffen im München der Jahrhundertwende vor. Im Spannungsfeld von Akademie und Secessionsbewegung entfaltete sich in der Stadt eine lebendige Kunstszene, aus der avancierte Künstlergruppen wie z.B. die „Neue Künstlervereinigung München“ oder der „Blaue Reiter“ hervorgingen. Neue bildkünstlerische Ideen, Literatur, Musik und Weltanschauung flossen dabei ineinander. Der Vortrag schildert atmosphärisch die Stadt, die in jener Zeit eine der wichtigen Zentren der deutschen Kunst war.

20. November 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
HEILKRAFT AUS DEM BIENENKORB

Referent: Dipl. Oecotrophologin Renate Frank, Roseburg

Schulweg 1, Büchen, Schule Büchen, Eingang D🗺️

Zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit gehört die therapeutische Anwendung von Bienenprodukten. Honig, Propolis, Blütenpollen, Gelée royale, Bienengift und Wachs enthalten eine Vielzahl wirksamer Inhaltsstoffe und helfen bei manchen gesundheitlichen Beschwerden, bei denen Medikamente versagen. Bienenprodukte werden immer interessanter für die Behandlung von Krankheiten, die durch Antibiotika resistente Bakterien ausgelöst werden. In der Therapie dieser Beschwerden haben sich oftmals Honig und Propolis bewährt. Blütenpollen tragen dazu bei, ein starkes Immunsystem aufzubauen und Krebserkrankungen besser zu überstehen. Bienenwachs ist ein wertvoller Bestandteil von Hautpflegemitteln. Gelée royale ist Nerven- und Gehirnnahrung und empfehlenswert bei Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Bienengift kann zur Linderung von rheumatischen Beschwerden und Schmerzen eingesetzt werden. Bienenprodukte können ebenso wie andere Naturheilmittel zu Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen führen. Deshalb müssen sie bei der richtigen Indikation, in der richtigen Dosierung und über den richtigen Zeitraum eingesetzt werden, wenn sie positive Wirkungen entfalten sollen. Wie das geht, wird in dem Vortrag erläutert.


Dezember Seitenanfang

12. Dezember 2019 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VIII
IST ASTRONOMIE ROMANTISCH?

Referent: Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität Hamburg - Studiengang Geodäsie und Geoinformatik

Hauptstraße 18d, 21465 Wentorf bei Hamburg, Angerhof🗺️

Astronomie in der Zeit der Romantik am Beispiel der Geschwister Herschel. Wie entwickelt sich der dazugehörige Wissenschaftsbegriff im deutschen Idealismus zwischen Kant und Hegel? Wie stehen wir heute dazu? Mit durchaus persönlichen Einsichten von der Faszination des Sternenhimmels und der aktuellen High-Tech-Astrophysik.

Impressum & Datenschutz +++ design 2001-2018 © by e. grunau - www.nyware.de