Abendvorträge 2009

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19. November 2009 19:30 Uhr 📅 📤
Fachbereich VI
DIE SCHLAFENDE GERECHTIGKEIT - ZUR IKONOGRAPHIE DER FRÜHRENAISSANCE - SCHAUWAND IM INNENHOF VON SCHLOSS GOTTORF

Referent: Dr. Helga de Cuveland, Kunsthistorikerin

Alte Schule, Teichstraße 1, Wentorf b.H.🗺️

Bei der Erforschung der Baugeschichte von Schloss Gottorf gelang 1978 eine Entdeckung von überregionaler Bedeutung. Der Kern des Westflügels erwies sich mit seiner unter Putz zutage getretenen Schaufront zum inneren Schlosshof als das erste Werk der internationalen Frührenaissance nördlich der Elbe. Bilderzyklen in den figürlichen Reliefs, mit denen die Wand geschmückt war, zeigten biblische Themen mit Szenen aus der Passion Christi und dem Alten Testament, aber auch Darstellungen aus der Herkulesgeschichte. Darunter befand sich eine Allegorie der Schlafenden Gerechtigkeit, ein Thema, das keinesfalls lediglich einer dekorativen Wirkung wegen verwendet worden sein konnte. Justitia dormit war in der durch die Wirren der Reformation geprägten ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein durch Holzschnitte und Kupferstiche bekanntes Motiv. War das Bild als Teil der Prachtfassade am Gottorfer Schloss Ausdruck fürstlichen Repräsentationsbedürfnisses, oder verbarg sich dahinter eine zeitkritische gesellschaftspolitische Aussage, für die eine schlafende Gerechtigkeit selbst in allegorischer Verschlüsselung einen auffallend starken Akzent setzte? Der Vortrag behandelt die ikonographische Deutung der Relieftafel.

(in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Wentorf e.V.)

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